Mit Kräutern fing sie an, meine Gartenleidenschaft – als meine damalige Rottihündin vergiftet wurde und den gemeinen Anschlag mit diversen Folgeschäden überlebte, war ich auf der Suche nach pflanzlichen Heilmitteln zur Unterstützung ihres arg angeschlagenen Magens und Verdauungskanals. Über ein Hundeforum kam ich auf die Idee, sie roh zu ernähren und sie mit Heilkräutern zu behandeln. Da ich den gekauften Kräutern nicht über den Weg traute bzgl. eventuell eingesetzter Pflanzenschutzmittel usw., begann ich, selbst Kräuter anzubauen. So kam eins zum anderen, und ich wurde vom Gartenmuffel zum Gartenfreak :)

Eigentlich kann man bei der Aussaat von Kräutern nicht viel falsch machen, am wichtigsten ist eigentlich, dass man unbedingt magere Erde benutzt. Also Aussaaterde, diese ist fast gar nicht vorgedüngt (Dünger verhindert die Keimung – dies gilt zwar generell für alles, das man aussät, aber für Kräuter im Besonderen). Des Weiteren sollte man sich an die Angaben auf den Samentütchen halten, denn es gibt sowohl Dunkelkeimer als auch Lichtkeimer unter den Kräutern. „Dunkelkeimer“ bedeutet, dass die Samen ca. 1 cm tief gesetzt und dann mit Erde bedeckt werden müssen (sie keimen also im Dunkeln), „Lichtkeimer“ sind Samen, die man nur auf der Oberfläche des Substrats andrückt und nicht oder nur sehr dünn mit Erde bedeckt. Gerade bei den Lichtkeimern ist es unerlässlich, dass die Substratoberfläche stets feucht gehalten wird, damit eine Keimung stattfinden kann.

       

Ich säe meine einjährigen Kräuter immer erst ab Mai in Töpfe, lasse sie auch im draußen im Freien keimen. Wenn die Temperaturen noch nicht so hoch sind, dauert es natürlich, bis sich die ersten Sämlinge zeigen (bei Basilikum z.B. kann dies in so einem Fall 3-4 Wochen dauern). Wer mag, kann natürlich auch früher säen und die kleinen Keimlinge auf der Fensterbank/im Gewächshaus großziehen.

Auch die Kräuterkeimlinge sollte man pikieren. Ich mache dies allerdings nur, wenn es wirklich viel zu viele in einem Topf sind, ansonsten lasse ich sie einfach wuchern. Die Kräuter, die Dünger benötigen (Basilikum z.B. ist ein Starkzehrer), kann man entweder in Komposterde pflanzen (nach dem Pikieren) oder man belässt sie im Ursprungstopf und düngt sie hin und wieder mit organischem Flüssigdünger. Majoran und Rosmarin gedeihen am liebsten in magerer Erde – wie gesagt, am besten die Informationen auf den Samentütchen beachten oder den Bedarf einer Pflanze googeln.

Kräuter lassen sich wunderbar mit anderen Gemüsepflanzen kombinieren – sie beeinflussen sich gegenseitig, sowohl günstig als auch ungünstig („Allelopathie“), daher sollte man sich im Vorfeld gut informieren. Hier ein paar Beispiele: Basilikum gedeiht prima im Verbund mit Tomatenpflanzen, tötet durch seine Wurzelausscheidungen Bakterien und Pilze (wirkt speziell gegen Mehltau). Knoblauch und Zwiebeln wirken antiviral und antibakteriell, was sowohl Krankheiten als auch einige Schädlinge fernhält. Ringelblumen wirken gegen Fadenwürmer im Boden und halten Unkräuter (ein blöder Begriff, ich sage ja lieber „Wildkräuter“ ;)) fern. Liebstock und Wermut sollte man immer separat pflanzen (mind. 1m² drumherum freilassen!), denn sie hemmen das Wachstum benachbarter Pflanzen. Dafür soll Wermut Ameisen, Erdflöhe, Motten, Läuse und Milben fernhalten. Dill hält Krankheiten von u.a. Gurken und Zwiebeln fern, Beinwell fördert das Wachstum vieler Pflanzen. Kamille hemmt Pilzerkrankungen an Tomaten, wirkt gegen Nematoden, ist aber unverträglich mit Pfefferminzpflanzen. Nicht nur aus Gründen der Allelopathie sollte also die Monokultur unterbleiben – man kann durch eine gut angelegte Mischkultur auch weitestgehend auf Pflanzenschutzmittel (auch biologische!) verzichten.

Wenn ich meine Kräuter beschneide, stelle ich immer eine Kräuterbrühe aus ihnen her und gieße sie anschließend wieder damit (außer Liebstock, Wermut und Pfefferminze, vorsichtshalber kommt davon nichts in die Kräuterbrühen). Ich weiß nicht, ob es nur Zufall ist, aber ich habe in meinen mittlerweile 15 Jahren des Kräuteranbaus noch nie (!) Probleme mit Schädlingen und/oder anderen Erkrankungen an meinen Kräutern gehabt.

Es ist ja allgemein bekannt, dass Kräuter auch auf Mensch und Tier heilende Wirkungen haben – die sog. Mittelmeerkräuter (Basilikum, Oregano, Thymian, Majoran usw.) wirken beispielsweise äußerst positiv im Magen- und Darmbereich. Da dieses Thema den Rahmen hier sprengen würde, werde ich darauf irgendwann einmal an gesonderter Stelle näher eingehen.